Eingereicht von michael.ueberschaer am 13. Dez 2011 - 14:24 Uhr
Wer sich ein wenig für die Angebote von Antiaggressionstraining interessiert, wird feststellen, dass die Angebotsvielfalt enorm ist. Dabei fällt zum einen auf, dass diese teilweise zum Ziel haben, dass die Adressaten nicht mehr aggressiv sind und teilweise zum Ziel haben, dass die Adressaten nicht mehr gewalttätig sind. Dieser Unterschied spiegelt leider wider, dass in der Gesellschaft Aggression und Gewaltverhalten gleichgesetzt werden. Und die verschiedenen Angebote unterscheiden sich in einem weiteren Punkt und dieser ist von noch gößerer Tragweite.
Entgegen der logischen Annahme, dass diese sich an Mitmenschen richten, die sich
aggressiv oder gewalttätig verhalten, sind diverse Angebote an diejenigen gerichtet, die vielleicht in den Kontakt mit aggressiven oder gewalttätigen ( gewaltbereiten ) Mitmenschen kommen können, beispielsweise Schülerinnen und Schüler.
Gegen diese Kurse ist an dieser Stelle grundsätzlich nichts zu sagen, auch weil natürlich unklar ist, wie das einzelne Angebot im Detail aussieht, wer es durchführt und wie er dies macht.
Verwirrung entsteht aber dadurch zusätzlich um die Frage nach der Verantwortung für das Beenden von Gewaltverhalten. Täter und leider auch die Opfer von Gewaltverhalten nehmen nur zu oft an, dass sie beide für das Gewaltverhalten des Täters und damit auch für das Beenden verantwortlich sind.
Angebote, die sich an potentielle Opfer richten, täten also gut daran, Ihre Angebote besser 'Selbstbehauptungskurs' zu nennen, damit klar wird, wer für Gewaltverhalten und seine Beendigung verantortlich ist.
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